M4 Demografische Regime
Thema
Demografische Regime, ein Teilgebiet der Bevölkerungsforschung – ein Thema, das im Rahmen der Ressourcenregime-Analyse nur teilweise behandelt wird –, beschreiben die verschiedenen Formen des demografischen Übergangs, die eine Gesellschaft durchlaufen kann. Solange das Pro-Kopf-Einkommen und der Bildungsstand der Frauen unter den Schwellenwerten für sinkende Geburtenraten liegen, verbleibt die Gesellschaft in ihrem aktuellen demografischen Regime, ohne dass sich die zugrunde liegende Bevölkerungsstruktur ändert.
Pro-Kopf-Einkommen und Bildungsstand der Frauen sind die beiden Variablen, die den Übergang zu einem neuen demografischen Regime auslösen: Sobald beide die Schwellenwerte für sinkende Geburtenraten überschreiten, tritt die Gesellschaft in einen demografischen Regimewechsel ein. Nicht das Pro-Kopf-Einkommen allein und auch nicht der Bildungsstand der Frauen allein treiben den Übergang an; vielmehr ist es das Überschreiten beider Schwellenwerte, das den Rückgang der Geburtenraten auslöst.
Dieser Rückgang der Geburtenraten führt, wenn er deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau anhält, letztendlich zum demografischen Kollaps: Das Überschreiten bestimmter Schwellenwerte führt zwar nicht unmittelbar zum demografischen Kollaps, ebnet aber den Weg für das demografische Regime, in dem der Rückgang der Geburtenraten möglich wird. Daher ist die Überwachung des Pro-Kopf-Einkommens in Verbindung mit dem Bildungsniveau der Frauen der Weg, um Generationen im Voraus zu erkennen, ob sich eine Gesellschaft einem demografischen Zustand nähert, der letztendlich zu einem demografischen Zusammenbruch führen könnte.
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