M2 Konzentrations-Diffusions-Zyklen
Thema
Die Konzentrations-Diffusions-Zyklen stellen die beiden möglichen Zustände dar, in die sich die Ressourcenverteilung entwickeln kann: zunehmende Konzentration oder zunehmende Diffusion, abhängig von der Richtung des Verhältnisses zwischen Kapitalrendite und Wirtschaftswachstum. Solange Kapitalrendite und Wirtschaftswachstum gleich bleiben, verschiebt sich die Ressourcenverteilung nicht eindeutig in Richtung eines der beiden Zyklen.
Das Verhältnis zwischen Kapitalrendite und Wirtschaftswachstum, der bereits beschriebene strukturelle Motor, ist die Variable, die den Übergang von einem Konzentrations-Diffusions-Zyklus zum anderen auslöst: Übersteigt die Kapitalrendite dauerhaft das Wirtschaftswachstum, verschiebt dieses Verhältnis die Konzentrations-Diffusions-Zyklen in Richtung zunehmender Konzentration.
Genau dieser Motor wird bereits durch das Verhältnis zwischen Kapitalrendite und Wirtschaftswachstum als Indikator gemessen und treibt den Einkommens- und Vermögensanteil des obersten Perzentils so weit an, dass extreme Konzentration entsteht. Daher lässt sich anhand der Beobachtung, in welchem Konzentrations-Diffusions-Zyklus sich eine Gesellschaft befindet – insbesondere, ob die Kapitalrendite weiterhin das Wirtschaftswachstum übertrifft –, vorhersagen, wohin sich die Ressourcenverteilung im Kontext von Ungleichheit entwickelt, einem Problem, das die Verwandtschaftsintensitätsanalyse umfassend beleuchtet.
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