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D1 Diagnose der Richtung und Anzeichen eines Weltanschauungswandels

Thema

Das Diagnoseinstrument für Weltanschauungswechsel misst, welche Autoritätsquelle vorwiegend herangezogen wird, wenn eine Entscheidung in Frage gestellt wird: ob es sich dabei um Tradition und das Heilige, das Charisma einer Führungspersönlichkeit oder säkulare, rational-legale Regeln handelt. Solange diese Autoritätsquelle unverändert bleibt, registriert das Diagnoseinstrument keinen Wandel, selbst wenn innerhalb desselben Legitimationsrahmens verschiedene Entscheidungen nacheinander hinterfragt werden.

Das Diagnoseinstrument registriert einen Wandel erst, wenn sich die herangezogene Autoritätsquelle nachhaltig und umfassend hin zu einer anderen verschiebt: Es genügt nicht, dass jemand in Reaktion auf eine bestimmte Entscheidung eine andere als die übliche Quelle anführt; dieser Wandel muss nachhaltig und umfassend sein und darf sich nicht innerhalb einer Generation umkehren, damit das Diagnoseinstrument ihn als gültiges Zeichen wertet. Dieser nachhaltige und umfassende Wandel ohne Umkehr innerhalb einer Generation ist die gleiche Bedingung, die bereits als Auslöser für den Weltanschauungswechsel etabliert wurde. Die Diagnose des aktuellen Stadiums und der Anzeichen eines Weltanschauungswandels dient daher als direkte Messung dieses Übergangs: Indem man verfolgt, welche Autoritätsquelle bei der Infragestellung einer Entscheidung dominiert, erkennt man, dass sich die Weltanschauung bereits verschoben hat, anstatt dies erst nach dem vollzogenen Wandel zu bestätigen. Diese rechtzeitige Erkennung ist besonders wichtig, da die Weltanschauung Kultur und Ideologie mit sich bringt und, sobald sie ihr Stadium ändert, Auswirkungen auf Macht und Konflikt hat.

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