A2 Verteilungsanomalien
Thema
Extreme Konzentration ist eine Verteilungsanomalie, die auftritt, wenn der Einkommens- und Vermögensanteil des obersten Perzentils über einen längeren Zeitraum eine historische Polarisierungsschwelle überschreitet. Sie ist eine der Anomalien, die Ungleichheit ausmachen – das Thema, das die Verwandtschaftsintensitätskurve bei jedem Segmentwechsel vollständig erfasst. Solange der Einkommens- und Vermögensanteil des obersten Perzentils unter dieser historischen Polarisierungsschwelle bleibt, bewegt sich die Einkommens- und Vermögensverteilung innerhalb der Ungleichheit in Bereichen, die keine extreme Konzentration auslösen.
Das anhaltende Überschreiten dieser historischen Polarisierungsschwelle durch den Einkommens- und Vermögensanteil des obersten Perzentils unterscheidet extreme Konzentration von einer normalen Schwankung: Ein kurzfristiger Anstieg dieses Anteils genügt nicht; er muss dauerhaft über der historischen Polarisierungsschwelle liegen, damit sich extreme Konzentration als Verteilungsanomalie verfestigt.
Der Rückgang der Mittelschicht und die eingeschränkte soziale Mobilität gehören zur selben Gruppe von Verteilungsanomalien wie extreme Konzentration, verfügen aber im Gegensatz zu dieser noch nicht über eine eigene spezifische Auslöservariable innerhalb dieses Modells. Beides sind jedoch erwartbare Folgen extremer Konzentration: Bleibt der Einkommens- und Vermögensanteil des obersten Perzentils über der historischen Polarisierungsschwelle, schrumpft der bisherige Handlungsspielraum der Mittelschicht, und die Aufstiegsmöglichkeiten zu höherem Einkommen oder Vermögen werden blockiert. Die Beobachtung des Einkommens- und Vermögensanteils des obersten Perzentils im Verhältnis zur historischen Polarisierungsschwelle ist daher der direkteste Weg, extreme Konzentration und damit die Aushöhlung der Mittelschicht sowie die damit einhergehende eingeschränkte Mobilität vorherzusagen.
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