A2 Strukturelle Arbeitslosigkeit aufgrund beschleunigter Automatisierung
Thema
Strukturelle Arbeitslosigkeit aufgrund beschleunigter Automatisierung ist die Anomalie im Dienstleistungssektor, die auftritt, wenn die durch Automatisierung gewichtete Arbeitsplatzersetzungsrate – unter Berücksichtigung des Routinisierungsgrades von Aufgaben – die Umschulungsrate übersteigt. Solange diese gewichtete Ersetzungsrate unter der Umschulungsrate liegt, werden die durch Automatisierung verdrängten Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor weiterhin aufgefangen.
Dieser Effekt ist im Dienstleistungssektor nicht einheitlich: Er variiert stark in Abhängigkeit vom Routinisierungsgrad der Aufgaben. Bei routinemäßigen und standardisierbaren Aufgaben – wie Backoffice-Tätigkeiten oder telefonischem Kundenservice – ist die Arbeitsplatzersetzungsrate durch Automatisierung hoch, da algorithmische Entscheidungsfindung im Vergleich zu menschlicher Entscheidungsfindung bereits einen erheblichen Teil dieser Aufgaben ersetzen kann. Bei Aufgaben mit hohem menschlichem Kontakt – wie im Gesundheitswesen oder in der persönlichen Pflege – bleibt diese Ersetzungsrate jedoch zumindest in naher Zukunft niedrig, da der menschliche Kontakt weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit ist.
Diese Ungleichheit wird bereits durch den Querschnittsfaktor für Automatisierung und KI als spezifische Auswirkung im Dienstleistungssektor identifiziert: Strukturelle Arbeitslosigkeit aufgrund beschleunigter Automatisierung tritt bei routinemäßigen und standardisierbaren Tätigkeiten früher und stärker auf als bei Tätigkeiten mit hohem menschlichem Kontakt. Daher lässt sich anhand der gewichteten Rate des Arbeitsplatzverlusts durch Automatisierung im Vergleich zur Rate der Umschulung vorhersagen, welche Bereiche des Dienstleistungssektors zuerst die größte strukturelle Arbeitslosigkeit erfahren werden.
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