E7 Fluidgeologie
Thema
Die in der Erdkruste vorhandenen Fluide – ob Wasser, Kohlendioxid oder andere Kohlenwasserstoffe – spielen eine grundlegende Rolle: Sie beeinflussen die mechanische Festigkeit der Kruste, die Seismizität der sie durchziehenden Verwerfungen und transportieren Wärme und Mineralien. Ein etablierter Zusammenhang beschreibt den Fluss eines Fluids durch ein poröses Medium: Dieser Fluss ist proportional zum Druckgradienten und umgekehrt proportional zur Viskosität des Fluids selbst sowie zur Permeabilität des durchströmten Mediums. Die Permeabilität variiert enorm zwischen verschiedenen Gesteinen, beispielsweise um den Faktor zehn Milliarden zwischen einem vollständig intakten kristallinen Gestein und einem hochporösen Sediment.
Der Druck eines Fluids in der Erdkruste ist typischerweise hydrostatisch und liegt bei etwa zehn Megapascal pro Kilometer Tiefe. In Gebieten mit sehr geringer Permeabilität oder bei der Entstehung großer Mengen neuen Fluids, wie etwa bei der Metamorphose oder in Subduktionszonen, kann dieser Druck jedoch den lithostatischen Druck von 25 bis 30 Megapascal pro Kilometer Tiefe erreichen. Wenn das Verhältnis zwischen Fluiddruck und lithostatischem Druck sich eins annähert, verringert sich der Reibungswiderstand nahegelegener Verwerfungen drastisch. Diese Verringerung des Reibungswiderstands kann ein Erdbeben auslösen oder umgekehrt ein langsames und unauffälliges Gleiten entlang derselben Verwerfung begünstigen.
Hydrothermale Systeme transportieren Wärme und gelöste Metalle aus dem heißen Gestein, aus dem sie entstehen, an die Oberfläche. Die Löslichkeit von Mineralien in heißem Wasser steigt exponentiell mit der Temperatur, sodass eine sehr heiße hydrothermale Flüssigkeit enorme Mengen an Metall lösen und transportieren kann. Kühlt diese Flüssigkeit beim Aufsteigen ab, konzentrieren sich die gelösten Metalle, wie beispielsweise Gold, Kupfer oder Zink, und fallen aus, wodurch Mineralvorkommen entstehen. Schließlich erklärt die Diffusion des Porendrucks durch das Gestein, warum durch Fluidinjektion in eine Bohrung ausgelöste Erdbeben nicht nur in der Nähe dieser Bohrung auftreten, sondern sich mit der Zeit von ihr entfernen. Dies geschieht, weil sich der erhöhte Porendruck selbst in immer weiter entfernte Gebiete ausbreitet und so die Verbindung zwischen der grundlegenden Rolle von Fluiden, mit der diese Beschreibung begann, und ihrer Fähigkeit, seismische Aktivität auch weit entfernt vom Ursprungspunkt auszulösen, vervollständigt.
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