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A7 Schizophrenie (dopaminerge und glutamaterge Hypothese)

Thema

Der kortikale Schaltkreis erhält seine normale Aktivität durch das Gleichgewicht zwischen inhibitorischen Interneuronen und den darin enthaltenen Pyramidenzellen aufrecht. Bei Schizophrenie verliert ein spezifischer Glutamatrezeptor innerhalb des kortikalen Schaltkreises seine Funktion. Diese Hypofunktion reduziert die Erregung der inhibitorischen Interneurone, was wiederum die Pyramidenzellen des kortikalen Schaltkreises enthemmt. Diese Enthemmung der Pyramidenzellen erzeugt ein Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung innerhalb des kortikalen Schaltkreises – dasselbe Ungleichgewicht, das bereits zur Beschreibung anderer kortikaler Schaltkreise verwendet wurde. Genau dieses Ungleichgewicht ist der gemeinsame Ausgangspunkt für die beiden im Modell beschriebenen dopaminergen Veränderungen.

Aus diesem Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung im kortikalen Schaltkreis resultiert eine der beiden dopaminergen Veränderungen im mesolimbischen dopaminergen System: Dieses System wird hyperaktiv und setzt mehr Dopamin als üblich frei. Diese Hyperaktivität des mesolimbischen dopaminergen Systems ist mit den Positivsymptomen der Schizophrenie assoziiert.

Die andere dopaminerge Veränderung, die aus demselben Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung im kortikalen Schaltkreis entsteht, betrifft das mesokortikale dopaminerge System: Im Gegensatz zum mesolimbischen System wird das mesokortikale dopaminerge System hypoaktiv und setzt weniger Dopamin als üblich frei. Diese Hypoaktivität des mesokortikalen dopaminergen Systems ist mit den Negativ- und kognitiven Symptomen der Schizophrenie assoziiert.

Im Laufe der Zeit wird das dopaminerge System, das sowohl die mesolimbischen als auch die mesokortikalen Bahnen umfasst, zunehmend sensibilisiert gegenüber wiederholten Reizen: Je häufiger ein Reiz wiederholt wird, desto stärker reagiert das dopaminerge System darauf. Diese fortschreitende Sensibilisierung des dopaminergen Systems begünstigt einen Zustand abnormer Salienz, in dem normalerweise irrelevante neutrale Reize eine übermäßige motivationale Bedeutung für das Individuum erlangen.

Diese übermäßige motivationale Bedeutung neutraler Reize erklärt demnach die Entstehung von Wahnvorstellungen: Die Person interpretiert tatsächlich neutrale Reize als bedeutsam und konstruiert eine wahnhafte Erklärung, um diese wahrgenommene Bedeutung zu rechtfertigen. Zusammengenommen sind der kortikale Schaltkreis mit seinem Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung und das dopaminerge System mit seinen zwei in entgegengesetzte Richtungen veränderten Bahnen die beiden Teile desselben Prozesses, der bei Schizophrenie letztendlich sowohl negative und kognitive Symptome als auch positive Symptome und Wahnvorstellungen hervorbringt.

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