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E15 Flugmodi

Thema

Dieses Modul dient der Parametrisierung des gesamten Systems: Es führt keine neuen Gleichungen ein, sondern beschreibt, wie die Parameter aller vorherigen Module je nach Flugmodus des Vogels unterschiedliche Werte annehmen.

Dieses Modul erklärt, warum derselbe Vogel beim Start, im Reiseflug, im Gleitflug, bei der Thermikjagd, im Wellenflug oder bei der Landung völlig unterschiedlich fliegt, obwohl er in all diesen Flugmodi exakt dieselben physikalischen Komponenten nutzt: dieselbe Flügelmorphologie, dieselben Federn, dieselben Knochen, dieselben Muskeln und dieselben Sehnen – nur eben unterschiedlich konfiguriert und betätigt je nach Flugmodus.

Dieser Modultyp, der keine eigenen Gleichungen einführt, sondern den Parametern vorheriger Module neue Werte zuweist, ist nicht auf dieses Flugsystem beschränkt: Er erfüllt dieselbe Funktion wie ein entsprechendes Modul in Modellen anderer Bereiche innerhalb desselben Rahmens, beispielsweise in der Onkologie. Dort werden ebenfalls keine neuen Gleichungen für jedes Organ eingeführt, sondern den Parametern der allgemeinen Gleichungen je nach dem modellierten Organ spezifische Werte zugewiesen.

Ein Pilot versteht sein Flugzeug erst dann wirklich, wenn er weiß, welche Parameter sich zwischen Start, Reiseflug und Landung ändern – und zwar über die Kenntnis der allgemeinen Fluggleichungen hinaus, die das Flugzeug in allen Phasen gemeinsam hat.

Ebenso versteht ein Ornithologe den Flug eines Vogels erst dann wirklich, wenn er weiß, welche Parameter aller vorherigen Module – von der Flügelmorphologie bis zum neuromuskulären Kontrollsystem – sich zwischen den verschiedenen Flugmodi ändern – und zwar über die Kenntnis der einzelnen Gleichungen hinaus.

Dieses Parametrisierungsmodul verleiht also allen Flugmodi, die andere Modelle desselben Systems bereits zur Diagnose oder Klassifizierung eines Vogels verwenden, eine praktische Bedeutung: Wenn ein Beschleunigungsmesser oder Radar den Flugmodus eines Vogels automatisch klassifiziert, erkennt er tatsächlich die jeweilige Konfiguration von Parametern, die dieses Parametrisierungsmodul jedem Modus zuweist, und nicht ein neues oder unabhängiges physikalisches Phänomen als die bereits beschriebenen.

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